Das Pyramidenhaus und meine Geisterbegegnung

Diese Momente, die alles verändern. Auf einmal ist nichts mehr wie es einmal war. Ich hatte ja insgeheim gehofft, dass meine Reise nach Australien mir etwas mehr Klarheit und Sicherheit geben würde. Klarheit über das Leben und meine Rolle. Was mir jedoch bereits zwei Wochen nachdem ich Deutschland verlassen habe in Australien wiederfahren ist, war der Anfang etwas ganz Neuem. Es veränderte meine komplette Sichtweise über alles. Dieser Artikel handelt von meinem zweiwöchigen Aufenthalt in einem Pyramidenhaus und…

…von einer Geisterbegegnung, die mein ganzes Weltbild auf den Kopf gestellt hat

Der Anfang dieses neuen Weges war erschreckend, schmerzvoll, voller Angst und nervenaufreibend. Ich erinnere mich noch an die Voicenachricht, die ich meiner besten Freundin geschickt hatte. Ich hatte eine Geisterbegegnung und kam so gar nicht darauf klar. Mir ist bewusst, es ist ein schwieriges Thema, ich schreibe den Artikel um es zu teilen und keine neuen logischen Erklärungen zu finden, dass das ja alles gar nicht sein kann. Es fällt nicht leicht diese Geschichte zu teilen, da Menschen nun eben versuchen logische Erklärungen zu finden und solche Erlebnisse zu wiederlegen versuchen. Denn für die meisten Menschen ist die Welt so wie wir sie eben sehen. Was wir nicht sehen können existiert nicht. So hätte ich vor diesem Erlebnis wahrscheinlich selbst noch reagiert, bis zu diesem einem Tag.

Ich sitze im Zug nach Quirindi. Dort werde ich zwei Wochen auf einer Farm verbringen, um die Zeit zu überbrücken, bis ich zu der Farm reisen kann, die ich bereits aus Deutschland kontaktiert hatte. Dies ist ja einer der Gründe warum ich überhaupt hier in Australien bin, das Reisen mit Farmarbeit verbinden. Ich möchte gerne mehr Erfahrung im Bereich Tierhaltung, Tiertrainung und tiergestützte Therapie sammeln. Ein Freund aus Sydney hat mir den Kontakt in Quirindi verschafft, das Farmbuisness gehört einem Freund von ihm und dessen Vater.

Die nächste Farm ist ca. 2,5 km entfernt

Ich werde von Sohn und Tochter am Bahnhof abgeholt, die Fahrt zur Farm dauert ca. zwanzig Minuten. In Australien ist ja alles sehr weitläufig. Für mich ist das hier alles schon ziemlich isoliert, für australische Verhältnisse noch gut zivilisiert. Die nächste Farm ist ca. 2,5 km entfernt. Sohn und Tochter leben mit ihrer Mutter ca. 15 min entfernt und ich werde mit dem Vater für die nächsten zwei Wochen alleine auf der Farm leben. Auf dem Weg zur Farm erzählen mir die beiden, dass ich mich nicht über die Form des Hauses wundern sollte, es würde etwas außergewöhnlich aussehen und ihr Vater sei auch ein spezieller Typ.

Na da bin ich ja mal gespannt, dachte ich mir noch.

Von der Hauptstraße biegen wir ab, auf eine lange, staubige Einfahrt, zu meinem Zuhause für die nächsten zwei Wochen. Ich sehe schon aus der Ferne, dass das Haus eine Pyramidenform hat. Das Pyramidenhaus, in dessen Erdgeschoss sich Wohnzimmer, Küche, Gästezimmer und im ersten und zweiten Stock das Reich des Farmers befinden, ist mit dem ursprünglichen Farmhaus über einen langen Gang verbunden. Ich wohne in dem alten ursprünglichen Farmhaus und habe hier mein eigenes Reich. Die beiden Häuser stehen so verwinkelt zueinander, dass ich aus meinem Badezimmerfenster in Küche und Gästezimmer des Pyramidenhauess schauen kann.

Geisterbegegnung, Spiritualität

Es lebe das Chaos! Eine Beziehung endet. Hinterlassen werden oft ein emotionales Trümmerfeld und zerbrochene Herzen. In diesem Fall wurde obendrauf ein Schlachtfeld hinterlassen. Der Farmer und seine Freundin hatten sich frisch getrennt, sie hat das Haus von jetzt auf gleich verlassen. Nicht mitgenommen hat sie jedoch all ihre Sachen und ein Chaos, wie ich es noch nicht gesehen habe.

Soll dies vielleicht ein Spiegel meiner Innenwelt sein?

Einige Räume gleichen einem Messihaushalt. Kisten über Kisten, so dass man sich kaum im Raum bewegen kann. Kisten, die sie seit ihrem Einzug nie ausgepackt hatte. Ich bin hier um dieses Chaos aufzuräumen. Die Trümmer dieser Beziehung, dieses Chaos im Leben. Soll dies vielleicht ein Spiegel meiner Innenwelt sein? Habe ich doch selbst noch einen kleinen Trümmerhaufen, den ich bereits seit Jahren mit mir herumschleppe und mein Leben scheint auch eher chaotisch als geordnet zu sein.

Bereits nach meinem ersten Abend mit dem Farmer, Merlin der Magier, wie er sich auch gerne nennt, merke ich, dass es hier alles etwas speziell und verrückt ist. Verrückt im guten Sinne. Er liest meine Hand, wir unterhalten uns viel über Astrologie. Ich gewinne den Eindruck, dass er in unheimlich vielen Bereichen sehr gut belesen ist und ein fundiertes Wissen hat. Die darauffolgenden Tage haben wir oft stundenlange Gespräche. Mit seinen Standpunkten zu gewissen Themen stimme ich nicht immer überein. Er hingegen ist oft fassungslos was ich alles nicht weiß und fragt sich in welcher Welt ich eigentlich bisher gelebt habe. Die Gespräche regen viele Gedankengänge an und werfen viele Fragen auf.

Merlin wäre ja kein Magier, wenn er keine Erfindung gemacht hätte

Merlin wäre ja kein Magier, wenn er keine Erfindung gemacht hätte. So erzählt er mir irgendwas von einem heilenden Bad. Es geht um ein Gerät, das Elektrizität bzw. ein magnetsiches Feld aufbaut und das Energiefeld unseres Körpes heilt und in Einklang bringt. Für detailierte Beschreibungen reicht es leider meinerseits nicht aus, hier könnt ihr einen Artikel lesen, den Merlin selbst verfasst hat.

Dieses Gerät legt man, zusätzlich zu sich selbst, in die Badewanne. Er hat natürlich ein solches zu Hause und will auch mich davon überzeugen, ich sollte ein Bad nehmen. Neben meinen Beinproblemen würde es bei mir ja so einiges zu heilen geben und ich wäre total aus dem Gleichgewicht. Einerseits bin ich neugierig, andererseits denke ich mir, ähm, Elektrizität und Wasser und ich ebenso im Wasser? Nein Danke! Das Gerät gibt es auf dem Markt zu kaufen und auch eine Universität in Amerika forscht daran.

All die Gespräche und Themen, die so viele Stunden und Abende gefüllt haben, würden ein ganzes Buch füllen. Oft war der Informationsgehalt und die Menge an Informationen für meinen Kopf zuviel. So hatte ich nicht selten nach unseren Gesprächen das Gefühl, dass mir der Schädel platzt. Angefangen von Verschwörungstheorien, Weltmächten, die Macht des Geldes, Medizin und das System dahinter, Atomtheorie, Schulsystem, Vorhersagen, Religion, Aliens über Wiedergeburt, Energie, Junk DNA, Brillen durch welche man die Aura erkennen kann und Zeitepochen, die zu Ende gehen. Letztendlich erfahre ich natürlich warum das Pyramidenhaus überhaupt als solches gebaut wurde.

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Pyramiden haben einen extrem hohen Energiefluss, den sie sowohl senden als auch empfangen. Merlin erklärt mir, dass er dieses Haus gebaut hat um Geister einzuladen, die eben durch dieses bestimmte Kraft-/Schwingungsfeld eher angezogen werden. Aha! Für mich ist das alles etwas zu abgehoben und spätestens als er mir von den Geistergeschichten erzählt, die bereits in diesem Haus vorgefallen sind, habe ich genug. Ich bitte ihn darum mir davon nichts mehr zu erzählen, irgendwie überkommt mich eine Angst.

Ich bin allerdings auch ein sehr neugieriger Mensch und frage schließlich seine Tochter nach ihren Erfahrungen, hat er doch erwähnt, sie hätte Geisterbegegnungen in diesem Haus gehabt. Sie erzählt mir ganz offen von mehreren dsc_0671Begegnungen, die sie hier hatte, so auch ihr Bruder. Es ist wie sich einen gruseligigen Szene anzusehen, die man eigentlich nicht sehen will. Man hält sich die Augen zu und lunzt dann doch zwischen den Fingern. Die Tochter beruhigt mich, indem sie sagt, dass all das nur in dem Pyramidenhaus geschehen ist und immer noch geschieht und ich in dem alten Farmhaus „sicher“ bin. So wirklich angstfrei schlafe ich nicht mehr ein. Oft höre ich nachts Geräusche auf dem langen Gang, der das Pyramiden- und das ursprünglische Farmhaus verbindet.

Es ist kurz nach Mitternacht…

Merlin ist schon gegen 21 Uhr ins Bett gegangen. Ich tingel ins Bad um mir meine Zähne zu putzen. Während ich also meine Zähne putze, schaue ich dabei irgendwann aus dem Badezimmerfenster Richtung Pyramidenhaus und zucke zusammen. Ich sehe Licht im Gästezimmer. Ich sehe aber nicht nur das Licht, sondern auch eine schwarze Gestalt, die direkt hintern der Fensterscheibe regungslos steht und zu mir ins Bad schaut. Ich kann nur den Umriss erkennen, der für mich männlich erscheint.

Ich kann kein Gesicht erkennen…

Ich kann kein Gesicht erkennen, obwohl die Distanz zwischen den beiden Zimmern so gering ist, dass ich das eigentlich erkennen können müsste, zudem ja auch das Licht im Zimmer an ist. Trotzdem weiß ich, dass dieses Etwas ins Badezimmer schaut und nicht mit dem Rücken zum Fenster steht. Mein ganzer Körper ist erstarrt und erfüllt von Angst.

Ich verlasse so schnell ich kann das Bad. In meinem Schlafzimmer fange ich an zu weinen. Ich kann kaum glauben was gerade passiert ist. Mein Gehirn versucht Erklärungen zu finden, logische Erklärungen. Erklärungen, die mit der Welt im Einklang sind in der ich bisher gelebt habe, in der Welt in der sowas nur in Filmen und Büchern existiert.

Alleine auf dieser Farm, mitten im Nirgendwo, mitten in Australien

Es gibt zu diesem Zeitpunkt nur zwei Möglichkeiten, es war eine Geisterbegegnung oder der Farmer. Beides ist irgendwie unheimlich. Innerlich weiß ich, es war nicht der Farmer, ich hätte ihn erkannt. Das alles macht mir noch mehr Angst. Mit dem Vorwissen, was in diesem Haus bereits alles passiert ist, habe ich kaum Zweifel, dass es sich um eine Geisterbegegnung gehandelt hat. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass mein Gehirn und ich das verstehen können. Was schließlich nicht erklärt werden kann gibt es nicht. Ich fühle mich alleine. Alleine auf dieser Farm, mitten im Nirgendwo, mitten in Australien. Eine Stunde später gehe ich nochmal ins Bad. Das Licht im gegenüberliegenden Gästezimmer ist diesmal aus. Ich gehe zurück in mein Bett und weine mich schließlich in den Schlaf.

Am nächsten Morgen gehe ich als erstes in das Gästezimmer. Es bestätigt mich in meiner Annahme der Geisterbegegnung noch mehr. Der Raum ist vollgestellt mit Kisten. An der Stelle, an der letzte Nacht die schwarze Gestalt gestanden hat, ist es  unmöglich zu stehen. Der Boden ist bedeckt mit Kisten und anderem Krams. Ich mache mir meinen morgendlichen Kaffee und sitze wartend auf dem Barhocker am Küchentresen. Zehn Minuten später erscheint auch Merlin in der Küche. Er gießt sich einen Kaffee in seine Tasse, rührt einen Löffel Zucker ein. Ich beobachte ihn, mir liegen tausend Fragen auf der Zunge. Wir starten mit morgendlichem Smalltalk. Schließlich schießt abrupt die Frage/Feststellung aus meinem Mund, dass er ja gestern gegen 21 Uhr ins Bett gegangen sei, oder?! Er bejaht und schaut mich fragend an. Da kullern mir auch schon die großen Tränen meine Wangen herunter.

Merlin selbst kann die Geister nur hören, im Gegensatz zu seinen Kindern und seiner Exfrau, aber nicht sehen

Ich erzähle Merlin von dem Vorfall letzte Nacht. Ich bin fix und alle, er ist total begeistert und will alles darüber wissen. Er quetscht mich regelrecht aus. Während ich erzähle, analysiert er laut vor sich hin. Er ist fasziniert davon, dass Elektrizität, also das angeschaltete Licht mit im Spiel war. Das hatte er seit den 90er Jahren nicht mehr. Merlin selbst kann die Geister nur hören, im Gegensatz zu seinen Kindern und seiner Exfrau, aber nicht sehen.

Seine Erklärung für meine Begegnung in Kombination mit dem angeschalteten Licht ist, dass ich neugierig war, auf diese für mich so neue Welt, die ich in Frage stelle. Ich habe mich einerseits davon abgewendet und ihn gebeten seine Erzählungen zu diesem Thema zu stoppen, andererseits habe ich dann doch seine Tochter ausgefragt und wollte mehr wissen. Ich sollte es selbst erfahren, dass es mehr gibt da draußen, als ich zu glauben gescheint habe. Mehr als die Welt, die wir uns erschaffen haben und in der wir zu leben glauben.

Spätestens nach diesem Gespräch gab es keine Zweifel mehr daran. Sowohl seine Tochter, sein Sohn und mein Kumpel aus Sydney, der zu Besuch war, hatten mir alle beim Frühstück ihre ganz eigenen Geistergeschichten erzählt. Ich fühlte mich verstanden, konnte das alles ganz offen teilen, ohne dass jemand rationale Erklärungen dafür gesucht hat und dieses Erlebnis widerlegen wollte. Hatte ich doch bedenken, das mit Freunden und Familie zu teilen, die wahrscheinlich gleich in Panik verfallen würden, dass ich unter Wahnvorstellungen leide. Ich fühlte mich nicht mehr alleine und war erstaunt, über die Erlebnisse der anderen.

Ich wollte nicht mit diesem schlechten Gefühl abreisen

Nichts desto trotz war ich die darauffolgenden Tage sehr aufgewühlt. Dieses Erlebnis war schlichtweg zuviel für mein Verständnis. Immer wieder bin ich die Sequenz bildlich in meinen Gedanken durchgegangen. Immer wieder hat es neue Fragen mit sich gebracht. Die nächsten zwei Tage habe ich bei der Tochter geschlafen. Für die letzten drei Nächte bin ich zurück auf die Farm. Ich wollte nicht mit diesem schlechten Gefühl abreisen. Es gab keinen Vorfall mehr, aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde ich sei abends entspannt eingeschlafen.

Diese eine Nacht hat mein komplettes Weltbild verändert. Das ich mit diesem Erlebnis erst die Startlinie überquert hatte, auch damit hätte ich nicht gerechnet. Wie sehr Merlin mit manchen Erzählungen und Einstellungen recht hatte, hat mir im Nachhinein so einige Aha-Momente gebracht. Es war erst der Anfang und bald darauf folgten weitere Ereignisse….Getreu nach dem Motto, unterdrücke und stelle dich nicht deinen Ängsten und sie werden lauter, stärker und intensiver…Ihr dürft gespannt sein was die darauffolgenden Monate alles passiert ist. Mein Aufenthalt in dem wohl verrücktesten Hostel, weitere Geisterbesuche und wie ich letztendlich so verzweifelt gewesen bin, dass ich eine Energieheilerin aufgesucht habe. Fortsetztung folgt…

Habt ihr auch so einen Schockmoment erlebt, der eurer ganzes bisheriges Weltbild verändert hat? Schreibt mir in den Kommentaren von euren Erfahrungen. 

Eure Nathalie

8 Comments Das Pyramidenhaus und meine Geisterbegegnung

  1. Suzanne 11. Oktober 2016 at 19:34

    Voll toll, dass Du das hier teilst. Auch wenn ich ja bereits eingeweiht war, habe ich Deinen Artikel ganz gebannt gelesen. Ich freu mich auf weitere Berichte 🙂

    Reply
    1. NathalieNathalie 12. Oktober 2016 at 12:02

      Du warst ja quasi fast live dabei, haha!!

      Reply
  2. Dani 12. Oktober 2016 at 19:25

    Meine liebe Nathalie,herzlichen Glückwunsch zu Deinem Blog! Ich bin schon dabei,alle Geschichten zu lesen und mit zu fiebern! Ich find es echt mega,was Du hier auf die Beine gestellt hast 🙂

    Reply
    1. NathalieNathalie 16. Oktober 2016 at 7:46

      Liebe Dani, vielen lieben Dank für deine Worte. Nach den nervenaufreibenden Tagen und Zweifeln tut das sehr gut!!!

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  3. Merve 13. Oktober 2016 at 1:03

    Ich wäre definitiv nach der ersten Nacht abgereist. Schon beim lesen, läuft mir der Angstschweiß runter ???????? Caro hatte schon darüber erzählt aber das es so krass war hätte ich nicht gedacht.

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    1. NathalieNathalie 16. Oktober 2016 at 7:48

      Haha, Caro hat mir erzählt, dass du die Nacht nicht schlafen konntest. Das tut mir leid! Ja, es war definitiv ganz schön heftig damals 🙂 Herzlichen Glückwunsch zu eurem Nachwuchs!!!

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  4. Nathalie 15. Oktober 2016 at 23:06

    Mir ist richtig schlecht geworden vor Aufregung ???? Wahnsinn…will mit gar nicht vorstellen, wie ich mich gefühlt hätte! Toll, dass du die Geschichte teilst!

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    1. NathalieNathalie 16. Oktober 2016 at 7:50

      Dankeschön! Spaßig war es in diesem Moment und auch die Tage danach definitiv nicht. Was ein Start in dieses Jahr!!!

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